Donnerstag, 26. Juni 2008

Tag 7: Stockholm

Unser heutiges Ziel heißt Stockholm. Vor unserem Urlaub habe ich schon gehört, das man sehr früh durch die Schärengärten fahren würde und so schlief ich irgendwie unruhig, denn ich könnte ja was verpassen.
Kurz nach Sonnenaufgang bin ich dann auch aufgewacht und habe durch den Vorhang gelinst. Aha, kleine grüne Inseln und wir mittendrin. Meine Augen waren aber noch nicht in der Lage auf einen kleines Display zugucken, so dass ich erstmal zurück ins Bett fiel.
Beim zweiten Mal wachwerden bin ich dann aber auf den Balkon und habe fotografiert. Inzwischen waren auf den kleinen grünen Inseln kleine, meist rote, Holzhäuschen. Total idyllisch. Und fast jedes schien einen eigenen Bootssteg zu haben. In einem sonnigen warmen Sommer macht man da bestimmt traumhaft Urlaub.
Da unsere Reisegruppe heute alle früh auf den Beinen waren, haben wir schon ab 7 Uhr gefrühstückt. Es war aber nicht viel leerer als sonst. Schade.
Heute haben wir einen Ausflug gebucht, der sich „Stockholms Highlights“ nennt und 8 Stunden lang sein soll. Macht nichts. Wir sind ja ausgeruht. Außerdem ist es heute auch sonnig und wärmer als in Helsinki.
Unsere Reiseleiterin hieß Pia, war total nett, sprach sehr gut Deutsch und zeigte uns wirklich viel von der Stadt. Zuerst ging es hinauf auf eine Anhöhe, wo sich unser Bus hinten anstellen musste, weil alle hier einen Fotostopp einlegen. Es war aber auch ein schönes Panorama von der Altstadt Gamla Stan.
Nächster Halt das Rathaus, wo wir kurz durchgeführt wurden. Wie immer sehr schwierig, da sich die verschiedenen Reisegruppen andauernd im Weg standen. So richtig hübsch war das Rathaus jetzt nicht, aber der goldene Saal hatte was. Er war komplett mit Mosaiksteinchen beklebt. Da brauchten etliche Menschen viel Geduld.
In Stockholm hatten wir übrigens auch mit leichtem Verkehrschaos zu kämpfen, da etliche Straßen zeitweise gesperrt waren, wenn Condoleezza Rice vom Sheraton zum Scandic-Hotel und zurück chauffiert wurde. Dort fand gerade die Irak-Konferenz statt. Das erfuhren wir, als wir uns ein bisschen durch die Straßen quälten, auf dem Weg zum nächsten Highlight.
Der Bus spuckte uns alle um kurz vor zwölf vor dem Schloss aus und unsere Reisegruppe wurde von Pia informiert, dass gleich die Wachablösung stattfinden würde. Fand ich genial. In meiner Zeit in England habe ich das nämlich beim Buckingham Palace nicht geschafft. Aber da wollte ich ja auch nicht als Tourist auffallen...
Hier nun also die schwedische Wachablösung hoch zu Ross. Hat mir gut gefallen und besonders klasse finde ich das Foto, wo das Pferd mich ansieht. Das hat was. Ach und der Wachposten, der kurz vor zwölf vorm Schloss stand, hatte was von Keanu Reeves. Er war jetzt kein Doppelgänger, aber eine Ähnlichkeit war für mich vorhanden. Leider hab ich mich nicht getraut ein full frontal Foto zu machen, so dass die beiden Ergebnisse dem Laien wahrscheinlich Fragezeichen ins Gesicht zaubern. Macht aber nichts.
Weiter ging es mit der Führung im Schloss, die jetzt auch nicht soo doll war. Man sah riesige Gemälde der königlichen Generationen, wobei die neuzeitlichen von Carl Gustav und Silvia nicht wirklich schön gemalt sind. Meine Meinung. Desweiteren sahen wir hauptsächlich eine große Ordenssammlung und verschiedene Gewänder. Muß man jetzt nicht unbedingt gesehen haben, es sei denn man interessiert sich dafür.
Neu war wohl ein Museum im Keller, wo die Entstehung des Schlosses dokumentiert wurde, durch dass wir leider auch durchgescheucht wurden. Kurz darauf wollten wir auch freiwillig schnell raus, denn in unserer Reisegruppe war ein zweijähriges Kind und logischerweise hatte das keine Geduld sich ständig ruhig zu verhalten. Störte so aber leider die Erklärungen von Pia und auch die anderen Mitreisenden fanden es eine Zumutung, ein so kleines Kind auf so eine lange Tour mitzunehmen. An der Stelle der Eltern hätte ich Stockholm auf eigene Faust erkundet. Naja, jedem wie er es braucht. Später hörten wir auch von anderen Mitreisenden auf dem Schiff, dass sie dieses Kind kannten. Es muß wohl mit in der Eremitage gewesen sein. Alarm! >br>Nach dem Schlossbesuch hatten wir anderthalb Stunden Freizeit, die wir damit zubrachten, etwas Essbares zu finden. Wir wurden auch fündig. Ich aß stilechte Köttbular mit Kartoffelbrei und Preiselbeersauce in einem Multikultilokal. War lecker, wenn der Brei auch nur Instant war.
Der Gang durch die Altstadt war wunderschön. Mir gefielen die bunten Häuser in den engen Gassen ausnehmend gut. Tolle Fotomotive, die wie immer am Ende zu finden sind.
Schließlich war es Zeit zur Weiterfahrt zum Vasamuseum. Bevor wir aber hineingingen, erregte etwas Anderes unsere Aufmerksamkeit und Pia lief mit uns ans Wasser. Dort kam gerade die nachgebaute East Indiaman Götheborg von einer Chinareise zurück, und das wurde mit einer Party gefeiert. Das erklärte auch die Kanonenschüsse, die wir vor dem Schloss gehört hatten. Gut, dass wir zu dem Zeitpunkt noch soweit entfernt waren.
Im Inneren des Vasamuseums war es so duster, dass sich die Augen nach dem Sonnenschein erstmal daran gewöhnen mussten. Die Vasa war ja ein riesiges Schiff. So groß hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Dass sie bei ihrer Jungfernfahrt gleich gesunken ist, ist wirklich ein Jammer. Manchmal sollte man seinen Chefs also doch widersprechen. Dann wäre das vielleicht nicht passiert. Keine Ahnung.
Die Führung war kurz und knapp und mir persönlich hätte es auch gereicht, wenn man da selber rumgelaufen wäre. Aber der Herdentrieb war stärker...
Danach ging es auch schon zurück zur AIDA. Die Zeit ist wirklich verflogen. Nach Stockholm würde ich jederzeit noch mal hinfahren wollen.
Da uns Pia während der Fahrt erzählte, dass man von unserem Schiff auch nach Gamla Stan laufen kann, haben wir das nach dem Abendessen ausprobiert. Leider war teilweise Baustelle, so dass es schweres Geläuf war, aber ich fand es toll, im Zwielicht noch mal in der Altstadt zu sein. Wir fanden auch gleich die Eisdiele wieder, die wir nachmittags gesehen hatten und gönnten uns ein großes Eis. Meins war mit Lakritz. Und nein, es ist nicht iiihhh! Es hat gut geschmeckt, wenn man Lakritz mag.
Und noch was haben wir auf unserem Spaziergang gesehen. „Perlorus“ Eine Monsterjacht. Mein lieber Scholli. Zuhause haben wir dann im Internet geschaut, wem die wohl gehört. Roman Abramowitsch. Und es ist wohl auch nicht seine einzige. Wahnsinn! Das Bild ist übrigens von dpp. Ich hab mich mal wieder nicht getraut, sie zu fotografieren. Ich glaube, ich brauche ein grooooßes Zoomobjektiv.


1 Comment:

Per Stromsjo said...

Lots of photos there. Thanks for your report from our city!

 

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